Multikulturelle Menschenversammlung

Migranten wollen mitbestimmen

Integrationsrat verleiht Forderung nach kommunalem Wahlrecht Nachdruck

WAZ-Herne, 29.11.2007, Von George Huneck


Die Angehörigen des städtischen Integrationsrates und die Mitglieder örtlicher Migrantenvereinigungen wollen ihrem Wunsch nach dem kommunalen Wahlrecht auch für Menschen, die nicht aus EU-Ländern stammen, in den nächsten Wochen mit unterschiedlichen Aktionen Nachdruck verleihen. Unterstützung finden sie in ihrem Begehren - Motto: "Hier, wo ich lebe, will ich wählen" - bei Organisationen wie der Arbeiterwohlfahrt, der Caritas oder dem Paritätischen Wohlfahrtsverband.

Wie berichtet, ist der Rat der Stadt Herne unlängst mehrheitlich einer entsprechenden Kampagne der Landesarbeitsgemeinschaften der kommunalen Migrantenvertretungen (LAGA) beigetreten und damit einem Anliegen des Integrationsrates gefolgt. Dessen Vorsitzender Muzaffer Oruc sagte gestern der WAZ: "Wer Pflichten hat, muss auch Rechte haben." Er verwies auf die Beispiele Horsthausen und Bickern, um hinzuzufügen: "Dort leben mehr Migranten als Deutsche, und es kann doch nicht sein, dass etwa ein Stadtverordneter nur von einem Drittel der Bevölkerung gewählt wird." Seine Stellvertreterin Nurten Özcelik gibt zu bedenken: "Wenn man sich die demographische Entwicklung vor Augen hält, erkennt man, dass in ein paar Jahren die Hälfte der Herner Bürger Migrationshintergrund hat."

Mit Unterschriftensammlungen und Informationsständen will der Integrationsrat an sein Ziel kommen. Muzaffer Oruc: "Mit 1000 Unterschriften wären wir schon zufrieden - aber je mehr, desto besser."