Multikulturelle Menschenversammlung

Selahattin Doganci, Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt Alsdorf Beschreibt das Zustandekommen des Ratsbeschlusses in seiner Stadt Alsdorf.
Er dankt den unterstützenden Ratsmitgliedern des Rates der Stadt Alsdorf.




Ende der 50er Jahre kamen Gastarbeiter aus Italien und Spanien nach Deutschland. Es folgten die Migranten aus dem ehemaligen Jugoslawien  und ab 1961 aus der Türkei.

Nach und nach holten die Migranten Frauen und Kinder in die neue Heimat. Auch die Kinder blieben hier, heirateten und vergrößerten so die Zahl der hier lebenden Familienmitglieder.

Integration ist heute eine sehr wichtige politische und gesellschaftliche Aufgabe unserer Zeit.
Integrationsarbeit vor Ort wird in den Städten, Gemeinden und Kreisen geleistet. Im Kreis Aachen wird derzeit ein Integrationskonzept erstellt.

Durch Integrationsarbeit soll die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen unterschiedlicher Herkunft am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen leben in Alsdorf sichergestellt werden. Zu einer demokratischen Gesellschaft gehört Teilhabe.

Beteiligung und Mitsprache muss daher für Menschen mit Migrationshintergrund ebenso selbstverständlich sein wie für Einheimische. Wer bei politischen Entscheidungen mitbestimmen kann, identifiziert sich mehr, wer ausgeschlossen bleibt, wird sich dauerhaft als Fremder fühlen.

Während nichtdeutsche Bürgerrinnen und Bürger der europäischen Union schon nach kurzer Aufenthaltsdauer bei Kommunalwahlen wahlberechtigt sind, trifft dies auf langjährig hier lebende Drittstaatsangehörige nicht zu.

Ausschlaggebend für die Teilnahme  an Kommunalwahlen sollte - anders als auf Landes- oder Bundesebene - nicht allein die Staatsangehörigkeit sein, sondern der dauerhafte Lebensmittelpunkt der Menschen einer Gemeinde.

Durch die Aufforderung der Landesarbeitsgemeinschaft für Migrantenvertretungen NRW (LAGA NRW) und durch die Initiative des Integrationsrates der Stadt Alsdorf wurde bezüglich des Wahlrechtes für Migrantinnen und Migranten am 21.02.2008 folgender Beschluss im Rat der Stadt Alsdorf gefasst:

Bei namentlicher Abstimmung wurde mit 31 Ja-Stimmen und 3 Nein-Stimmen (durch die Fraktion „die Republikaner“) positiv über den Apell: Kommunales Wahlrecht für alle Migrantinnen und Migranten - Jetzt! beschlossen. Durch den Rat der Stadt Alsdorf wurde somit ein eindeutiges Zeichen für ein gemeinsames Leben mit den Migrantinnen und Migranten in Alsdorf gesetzt.